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Henning Mankell in Berlin |
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Eine Preisverleihung ist immer eine Gelegenheit, den Vielbeschäftigten nach Deutschland zu locken. Das Verdienst, diese genutzt zu haben, um ihn am 19. September im Felleshus auftreten zu lassen, gebührt der schwedischen Botschafterin. Freilich wäre der große Kinosaal zu klein gewesen, so wurde vorsorglich das gesamte erste Obergeschoss dicht an dicht bestuhlt. Und trotzdem waren sogar viele Stehplätze besetzt. Es wurde keine Lesung, sondern eine einstündige Vorlesung des Meisters in freier Rede vor einem ohrenspitzenden Publikum. Betrachtungen über Absurditäten unserer heutigen Welt, klare Bekenntnisse (Iran und Afghanistan – das waren Angriffskriege), Überlegungen über den Menschen und seine Fähigkeiten und schließlich Einblicke in seine Schriftstellerwerkstatt wurden verwoben mit Geschichten und Anekdoten, die erhellende Schlaglichter setzten. Fazit: Der „homo sapiens“ ist eigentlich ein „homo – der Erzählende“. Auf Fragen wurde verzichtet die absehbarsten hat Henning Mankell im Laufe seiner Rede beantwortet. Wer wollte, konnte sich am Ende noch ein Buch von ihm signieren lassen. Natürlich war die Schlange lang. Pech, wer das verpasst hat.
Kerstin Fischer |